Im Gespräch mit wr-communication:


Eine Vorreiterrolle im Medienrecht eingenommen

Wer vermutet an einer Technischen Universität schon einen hochkarätigen rechtswissenschaftlichen Lehrstuhl. Die TU Ilmenau ist in der glücklichen Lage, einen solchen vorweisen zu können.

Professor Dr. jur. Frank Fechner leitet das Fachgebiet Öffentliches Recht, in dem das Medienrecht eine herausragende Rolle einnimmt. Fechner, auch Dekan der Fakultät für Wirtschafswissenschaften, gilt als ausgewiesener Fachmann für Medienrecht. Weil das Medienrecht insgesamt sehr komplex ist und viele einzelne Gebiete umfasst, die für sich schon genug Stoff für Lehre und Forschung bieten, hat er das gesammelte Wissen in einem Lehrbuch zusammengefasst, das unter dem Titel "Medienrecht" im Verlag Mohr Siebeck inzwischen in der sechsten Auflage erschienen ist. Sein Lehrbuch, in dem neben klassischen Medien die Neuen Medien, mit Online-Vertragsabschlüssen und Geschäften im Internet einen ganz wichtigen Platz einnehmen, gilt inzwischen als Standardwerk auf diesem Gebiet. Auch in der Forschung seines Fachgebiets nehmen diese Themen eine zunehmend bedeutendere Rolle ein.

Als ambitionierter Wissenschaftler pflegt Frank Fechner enge Beziehungen zu anderen Juristen, sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis. Professor Dr. jur. Ulrich Loewenheim aus Frankfurt, exzellenter Fachmann im Urheberrecht, gehört unter anderen dazu, ebenso Profssor Dr. jur. Volker Haug aus Stuttgart. Haug gilt als Hochkaräter im Internetrecht. Er befindet sich in der günstigen Situation die Rechtsverhältnisse im Internet von den Seiten der Wissenschaft und der Praxis beurteilen zu können. Als Honorarprofessor an der Universität Stuttgart setzt sich Volker Haug laufend mit dem aktuellen wissenschaftlichen Stand auseinander. Als Ministerialrat und Leiter der Zentralabteilung im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg ist er mit den praktischen Auswirkungen von Rechtverhältnissen im Internet unmittelbar vertraut.

In Ilmenau stellte Professor Haug die Legitimationsthematik im Internet in den Mittelpunkt. Dabei ging es insbesondere um die Domainvergabe. Im Gespräch mit wr-communication sagte Volker Haug: "Im Internet gibt es viele dubiose Verhältnisse. Die gängige Praxis der Vergabe von internationalen und deutschen Domains ist zwar nicht dubios, aber doch eher anmaßend. Akzeptiert wird das nur, weil es irgendwie funktioniert." Gleichwohl sieht der Jurist einen gewissen Regelungsbedarf durch den Gesetzgeber, beispielsweise im Telekommunikationsgesetz. Doch Verhältnisse wie in Frankreich, wo alles eng geregelt ist, möchte Haug auch nicht: "In Frankreich ist die Domainvergabe hoheitliche Aufgabe des Staates. Diese extreme Bürokratie wollen wir allerdings nicht einführen."
Wolfgang Rauprich


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Professor Frank Fechner (l.), Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Leiter des Fachgebiets Öffentliches Recht an der TU Ilmenau, mit Professor Volker Haug aus Stuttgart (r.). Der Ministerialrat ist Leiter der Zentralabteilung im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg. Foto: B. Fritz

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